Was Sie bei einer neuen Website beachten sollten – Teil 1

Website kostenlos? Was Sie bei einer neuen Website beachten sollten (1)

Wie man Lehrgeld zahlt

Web und Social Media Portale sind gefüllt mit Verheißungen wie „In wenigen Minuten kostenlos eine Website erstellen“. Website kostenlos? Wir wissen es doch eigentlich besser…

Natürlich kann jede/r mit technischem Verständnis und einfach sehr sehr viel Zeit eine eigene Website erstellen – mit WordPress, mit dem Baukasten eines Massen-Providers oder auch anderen Tools und Systemen. Man kann zudem kostenlose Online-Schnupper-Kurse absolvieren. Will man mehr, werden weitere kostenpflichtige Module angeboten, mit denen man ein paar hundert Euro später erste Schritte wagen kann.

Wählt man dann ein kostenfreies Hosting, stellt man erst einmal fest, dass die Domain (Webadresse), die man gerne hätte, mit einem unschönen Vorsatz gekoppelt ist: ihrekostenlosewebsite.domain.de zum Beispiel. Wenn dieser unprofessionelle Makel verschwinden soll – wird es eben doch ein Pro-Vertrag.

Das Erstellen von Websites ist tatsächlich in einigen Bereichen leichter geworden – aber in anderen wird es ständig komplizierter. Ohne HTML- und CSS-Kenntnisse stößt man immer schnell an Grenzen. Wer eigentlich keine Ahnung von dem hat, was er da tut, kann mit viel Kompromissbereitschaft eine passabel aussehende Seite zustande bekommen, aber womit er spielt, das hat schon etwas von Russisch Roulette.

Was Sie bei einer neuen Website beachten sollten

Das Web und die Gesellschaft entwickeln sich, Ihre Internetpräsenz muss sich mit entwickeln. Eine Website hat eine unbegrenzte Lebensdauer, wenn sie gepflegt wird. Wenn sie irgendwann optisch aus der Mode gerät, erhält sie ein neues Webdesign, aber die Inhalte bleiben bestehen. Sie brauchen also voraussichtlich nie wieder eine komplett neue Website, wenn die Seite mit einem zukunftsfähigen System solide aufgebaut ist und nicht vernachlässigt wird.

Technische Voraussetzungen

  • Der Provider ist enorm wichtig. Er muss dem Anspruch eines modernen CMS-Systems (WordPress, Joomla & Co.) gewachsen und technisch auf dem neuesten Stand sein. Dies beeinflusst die Sicherheit und die Performance der Website. Es spielt z. B. eine Rolle, wie viele Websites noch auf dem Server liegen – 10 oder 10.000? Es sollten immer die neuesten php- und MySQL-Versionen verfügbar sein. Diese müssen Sie selbst regelmäßig updaten (es sei denn, Sie haben einen Service-Hoster, der dies auch übernimmt).
  • Ihre Website benötigt ein SSL-Zertifikat, das beim Provider generiert oder von ihm zur Verfügung gestellt werden kann: https:// statt http://, für Sicherheit und Datenschutz.
  • Schließen Sie einen AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit dem Provider ab, das erfordert die Datenschutzgrundverordnung.
  • Die Website wird dann mit einem CMS-System erstellt. WordPress ist mit ca. 60% Marktführer. Joomla (Nr.2) kommt auf ca. 6,5%, Drupal liegt bei ca. 4% und Typo3 bei ca. 1,5% (April 2018).
  • Wer also WordPress wählt, sollte den Unterschied zwischen wordpress.com und wordpress.org kennen. Bei wordpress.org handelt es sich um die Open Source Software, wordpress.com ist der kommerzielle Zweig des Unternehmens Automattic. Wenn Sie selbst die Installation über wordpress.org vornehmen, behalten Sie die Kontrolle über alle Bestandteile der Website. Eine solche Installation müssten Sie über einen FTP-Zugang vornehmen.
    Wählen Sie die Installation der Software über einen Provider-Automatismus erhalten Sie möglicherweise noch die eine oder andere Voreinstellung, verschiedene Ebenen und Erweiterungen, von denen Sie womöglich nichts wissen oder nicht erkennen, was diese eigentlich für Funktionen beinhalten. Das wäre aber bezüglich des Datenschutzes von Vorteil. Ob Zusätze installiert werden oder ob nicht, hängt vom Provider ab und sollte vorab nachgelesen oder erfragt werden.
  • Ihre künftige Website benötigt ein Responsive Webdesign (passt sich allen Ausgabegeräten an) unter dem Aspekt „Mobile First“. Deutlich mehr als die Hälfte der Zugriffe auf Websites erfolgen heute mobil. Kontrollieren Sie die Darstellung also auf dem Smartphone und passen Sie sie entsprechend an.
  • Die Website mit allem, was dazu gehört, muss technisch fortlaufend den Datenschutzbestimmungen (DSGVO) entsprechen. Informieren Sie sich regelmäßig.
  • Die Website braucht nach der Fertigstellung regelmäßige Updates für Sicherheit und Funktionalität.

Webdesign und funktionale Erweiterungen

  • Das Layout einer Website liefert ein Theme oder Template. Dieses Layout muss fortlaufend den technischen Entwicklungen im Web angepasst werden.
  • Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Templates. Die Open Source Software liefert immer ein paar Basis-Layouts mit, die schlicht und „schlank“ aufgebaut sind. Mit diesen kann man nichts falsch machen, wenn sie denn genügen. Auch Drittanbieter stellen kostenfrei Templates zur Verfügung – in der Hoffnung, dass der Nutzer auf die Pro-Version wechselt. Kostenpflichtige Templates sind dann meist umfangreich bestückt. Wer eigentlich wenige Funktionen braucht, könnte damit auch problemlos einen Onlineshop betreiben, eine imposante Slide-Animation gestalten und einen Page-Builder zum Seitenaufbau verwenden, wenn er ihn denn verständlicher findet als den normalen Editor… Ein Page-Builder ist ein aufwendiges Website-eigenes Baukasten-System. Wer mal mit leichtem Gepäck gestartet ist, zieht ab jetzt ein Container-Schiff hinter sich her.
  • Webdesign-Änderungen kann man „schlanker“ in einer eigenen CSS-Datei vornehmen, bei WordPress mit dem sogenannten Child-Theme-Prinzip. Anleitungen dazu findet man im Netz. CSS Kenntnisse sind dabei jedoch zwingend zu erwerben.
  • Das CMS-System bietet das Gerüst für eine Website, besondere Funktionen können auch von Laien mit Hilfe sogenannter PlugIns/Erweiterungen ergänzt werden. Aber ohne Programmiersprachen wird es auch hier eng. Denn umfangreiche Funktionen erfordern immer HTML- und CSS-Grundkenntnisse, denn auch ein PlugIn will erst einmal eingestellt werden, damit es das liefern kann, was von ihm erwartet wird.

Studio Land & Hafen | Website kostenlos? Lesen Sie demnächst in Teil 2:

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